Nach meinem zweiten Aufenthalt in der Vita Nova Klinik möchte ich mir bewusst Zeit nehmen, eine Bewertung zu schreiben. Ich war wegen einer Erschöpfungsdepression dort – das erste Mal sechs Wochen, das zweite Mal fünf Wochen, mit etwa einem Jahr Pause dazwischen.
Bereits nach dem ersten Aufenthalt hatte ich das Gefühl, meine Themen wirklich bearbeitet zu haben. Das Gelernte konnte ich im Alltag ausprobieren und festigen, bevor ich zum Intervallaufenthalt zurückgekehrt bin. Genau dieses Konzept hat mir persönlich sehr geholfen.
Wenn man den schweren ersten Schritt geschafft hat und sich Hilfe sucht, dann ist diese Klinik aus meiner Sicht genau der richtige Ort.
Besonders hervorheben möchte ich die hohe Therapiefrequenz, die sehr qualifizierten Ärzte und Therapeuten sowie den ganzheitlichen Ansatz. Die verschiedenen Bereiche arbeiten spürbar eng zusammen – von den Ärzten und Therapeuten über die Pflege bis hin zur Küche und den Anmeldekräften. Man fühlt sich nicht wie „ein Fall“, sondern wirklich als Mensch gesehen.
Der Tagesablauf war intensiv, aber genau richtig. Morgens begann häufig die tiefenpsychologische Gruppentherapie - für mich zusammen mit den Einzelgesprächen die effektivste Therapieform. Danach konnte man kurz durchschnaufen: in der Café-Lounge sitzen oder einen kleinen Spaziergang durch den wunderschönen Park machen. Dass die Klinik nur wenige Minuten vom Zentrum entfernt liegt, macht das Ganze noch angenehmer.
Im Anschluss folgten Einzelgespräche. Ich hatte Frau Webel als Therapeutin: kompetent, einfühlsam und gleichzeitig weiß sie , wann ein Stachel nötig ist . Eine Therapeutin, die zuhören kann, aber einem auch hilft, ehrlich hinzuschauen.
Auch die Gruppentherapie zum Thema Depression, Ressourcen und Schmerz waren sehr effektiv.
Danach wartete meistens das nächste Highlight: das Essen. Wirklich außergewöhnlich gut. Auf Unverträglichkeiten wurde jederzeit Rücksicht genommen, und man hatte oft das Gefühl, die Küche liest einem die Wünsche von den Lippen ab. Die selbstgebackenen Kuchen waren dabei fast schon therapeutisch.
Die progressive Muskelrelaxation die die Pflegekräfte anleiteten war eine willkommene Entspannung .
Die Mittagspause konnte individuell gestaltet werden . Danach folgten Gestaltungstherapie, Craniosacrale Therapie , Hydrojet,Yoga, Krafttraining, Physio oder Nordic Walking. Jeder Therapieplan wurde passend zur eigenen Situation abgestimmt.
Und abends? Gefühlt ein Drei-Gänge-Menü auf Sterneniveau. Nicht gerade das, was man klassisch mit einer psychosomatischen Klinik verbindet.
Was diese Klinik für mich aber wirklich besonders macht, ist die Atmosphäre. Wir nannten die Klinik manchmal „unsere Höhle“, weil sie ein sicherer Ort war, an dem man Stück für Stück heilen und wieder zu sich selbst finden konnte. Gerade wenn Depression alles eng, schwer und traurig macht, ist das unglaublich wertvoll.
Hier wird nicht nur die Erkrankung behandelt – hier wird der Mensch gesehen. Die eigene Persönlichkeit, die innere Essenz, das, was einen eigentlich ausmacht, bekommt wieder Raum.
Auch organisatorisch war alles beeindruckend: Unterstützung bei Anträgen, Krankschreibungen oder Problemen lief immer freundlich, unkompliziert und professionell.
Und dann gab es noch die kleinen besonderen Momente: Mittwochabends kam Karin mit ihrer Gitarre zum Singabend. Wir haben immer gesagt, sie „bügelt die letzten Knitterfalten aus der Seele“. Ein Satz mit einem Augenzwinkern – aber tatsächlich steckt viel Wahrheit darin.
Es klingt vielleicht etwas zu positiv, aber für mich war diese Klinik wirklich ein besonderer Ort, der meine Sicht auf das Leben nachhaltig verändert hat. Dass es regelmäßige Treffen ehemaliger Patienten gibt, zeigt wahrscheinlich am besten, wie verbunden sich viele Menschen diesem Ort fühlen.
Ich würde die Vita Nova Klinik jederzeit weiterempfehlen – privat genauso wie beruflich. Auch aus meiner Sicht als Physiotherapeutin und Osteopathin kann ich sagen: Die Arbeit dort ist fachlich und menschlich auf sehr hohem Niveau.
Danke an Dr. Kahren der mein Leid erkannte und mir half den ersten, wichtigsten Schritt zu machen- mich ernst zu nehmen.
Anita , 47 Jahre, aus GM , im Februar 2025 und Februar 2026 stationär
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