Ich bin im Internet auf das Produkt Mikrozement von EPODEX aufmerksam geworden, weil ich eine Alternative zu Wandfliesen gesucht habe. Durch die kurzen Verarbeitungsfilme auf der Website, sah die Verarbeitung leicht aus. Als Architekt und erfahrener Handwerker wollte ich das Material für eine 7 qm grosse Duschnische verwenden. Die Bestellung verlief schnell und problemlos mit Zahlung über PayPal. Geliefert wurden 14 Kg Mikrozement mit der Körnung Mittel, Bindemittel, Farbe swedish red und eine PU Versiegelung in matt, wie bestellt. In der Wandnische stand ursprünglich eine Badewanne, die ich durch eine bodengleiche Duschtasse ersetzt habe. Die alten Wandfliesen hatte ich abgeschlagen und die Wände glatt verputzt und grundiert als Grundlage für den Mikrozement. Den Mikrozement habe ich, wie beschrieben, abgewogen im Verhältniss 100 Anteile Komponente A, 20 Anteile Komponente B und mit einen Maschienenquirl im sauberen Maurereimer angerührt und die Farbkomponente Swedish Red eingemischt. Anschliessend in einen 2. , sauberen, Maurereimer umgefüllt. Verwundert war ich über die Konsistenz. Diese war unerwartet flüssig. Mit der venezianischen Kelle (die Kelle hat abgerundete Ecken und ist kleiner als eine übliche Putzerkelle) wollte ich das Material an der Wand auftragen. Ich dachte erst nach einer kurzen Reifezeit im Eimer würde das Material kellenfähig zur Verarbeitung. Dem war aber leider nicht so, es blieb flüssig. Ich habe dann mit einer Suppenkelle nur kleine Mengen auf die venezianische Kelle auftragen können, sonst wäre der Mikrozement von der Kelle getropft. Mit diesen kleinen Mengen habe ich dann das Material auf die Wand gespachtelt. Nass in Nasstechnik war schwierig, da, das schon aufgetragene Material schneller fest wurde als erwartet und sich Krümel gebildet haben, die den glatten Auftrag an anderer Stelle zunichte machten. Ich hab das angerührte Material auf die 7 qm Wandnische im ersten Arbeitsgang dann fertiggestellt und war vom Ergebnis meiner Leistung sehr enttäuscht und frustriert und wollte alles wieder runter schleifen und verfliesen. Ich konnte zunächst keinen Fehler in der Materialanmischung entdecken. Ich schaute mir nun intensiv auf YouTube die Verarbeitung von Produkten der Mitbewerber an. Zum Beispiel von Mikrozement.com. Hier gibt es sehr gute Verarbeitungsvideos, wo wirklich im Detail gezeigt wird, wie es Profis machen. Die Chefin des Unternehmens weist auch auf die Besonderheiten der Verarbeitung hin und erklärt deutlich, dass, diese Handwerkerleistung nicht im DIY Verfahren ausgeführt werden sollte, wenn ein einheitliches Ergebnis erzielt werden soll. Hier könnte sich EPODEX ein Beispiel nehmen. Die Videos von EPODEX vermitteln leider das Gefühl..."kann Jeder",, wenn man der netten jungen Frau zuschaut, wie sie einzelne Kellenschläge ausführt und anschliessend das fertige Bad gezeigt wird. Ich muss sagen, dass ich darauf hereingefallen bin. Mit meiner handwerklichen Erfahrung hatte ich auch geglaubt, es sowieso hinzukriegen, was leider aber nicht der Fall war. Nachdem die Wandflächen durchgetrocknet waren, habe ich mit 60er Schleifpapier und meiner Exzenterschleifmaschine die Unebenheiten und den ungleichmässigen Materialauftrag herausgeschliffen. Dann das Material für den 2. Auftrag angemischt. Wieder das selbe Mischungsverhältnis. Hierbei ist mir aufgefallen, dass das Material nicht mehr ganz so flüssig war. Ich vermute, dass sich die Körnung des Mikrozementes im Papiersack etwas entmischt hatte und ich beim ersten Anmischen nur gröberes Korn verarbeitet hatte. Der 2. Auftrag war mir schon etwas besser gelungen aber ich war als Architekt mit dem Ergebnis überhaupt nicht zufrieden. Meine Erwartung war eine Oberfläche hinzubekommen, wie eine grob ausgeschalte Betonoberfläche. Also wieder alles beigeschliffen. Diesmal mit 80er und 120er Körnung. Im Internet habe ich dann von anderen Herstellern erfahren, dass für meine Erwartung ausschliesslich feinkörniges Material zu verwenden wäre. Dazu habe ich dann noch einmal 7 Kg nachbestellt. Auch dieses Mal nach Rezeptvorschrift für den feinen Mikrozement im Mischungsverhältnis 100 Einheiten feiner Mikrozement Komponente A auf 35 Einheiten Komponente B. Anschliessend die Farbkomponente beigemischt. Nach dem Anrühren war schon zu erkennen, dass der Mikrozement im Farbton swedish red heller war als bei der groben Körnung. Das hat mich aber auch nicht verwundert, da das Mischungsverhältnis ja auch ein anderes war. Ein gleichmässiges Ergebnis zu erzielen ist hier nur möglich, wenn man beim selben Material bleibt, dachte ich mir. Überrascht hat mich jetzt aber, dass der angemischte Mikrozement in feiner Körnung eine sehr gut zu verarbeitende Konsistenz aufwies, fast wie bei Feinspachtel. Nun konnte ich grossflächig das Material auftragen und mit erheblichem Druck auf die Kelle (fast wie bei der Verarbeitung von Stucco Veneziano) ein deutlich besseres Oberflächenfinish erzielen. Aber meine Erwartungen waren doch anders. Mit dem Ergebnis war ich nicht zufrieden und hätte diese Leistung ein beauftragter Handwerker abgeliefert, hätte ich die Zahlung verweigert. So bin ich an meiner Unerfahrenheit mit der Verarbeitung des Materials und an meinen handwerklichen Fähigkeiten gescheitert. Um das Ergebnis in meinem Sinne zu verbessern, habe ich die Wandflächen mit 120er, 180er und 240er Körnung geschliffen. Dadurch sind nun interessante Farb- und Fleckeffekte aufgetreten, welche die vorigen Arbeitsschritte wieder freigelegt haben und eine andere Anmutung ergeben haben. Die mitgelieferte, matte, PU Versiegelung habe ich gegen Hochglanz umgetauscht, da ich nun eine glänzende Oberfläche bevorzugt habe, um den Farbeffekt zur Geltung zu bringen. Bei der Verarbeitung von PU ist unbedingt eine Atemschutzmaske zu tragen mit entsprechender Schutzklasse. Da mein Bad im EG meines Hauses liegt, habe ich die Badezimmertür von innen zum Schlafzimmer gasdicht abgeklebt und bin zum Fenster in meinen Garten ein- und ausgestiegen zur Verarbeitung. Ich hatte die PU Versiegelung zunächst gemäss der Mengenangabe 100g /qm angerührt, was bei der geschliffenen Oberfläche aber deutlich zu viel war. Mit der Restmenge habe ich dann meine beiden Schubkarren im Garten versiegelt. Aber der Geruch des PU ist selbst im Freien nicht zu ertragen. Das habe ich aber erst gemerkt als meine Frau mich darauf aufmerksam machte, da ich die ganze Zeit die Atemschutzmaske getragen hatte und durch die Maske nichts gerochen habe. Nun zum Auftrag der PU Versiegelung an die Wände:
Der Auftrag erfolgt sehr einfach und gleichmässig. Ich hatte zunächst eine Schaumwalze verwendet, die sich aber auf Grund des Lösungsmittels nach gut 10 Minuten von der Rolle gelöst hatte. Anschliessend habe ich mit einer Nylonrolle weitergearbeitet. Das ging sehr gut. Ich bin dann der Herstellerempfehlung gefolgt, innerhalb von 20 Stunden einen 2. Auftrag zu machen. Wieder habe ich eine neue Nylonrolle verwendet, was mir aber zum Verhängnis wurde. Das Lösungsmittel des neuen PU Auftrags hat die Oberfläche des ersten Auftrags angelöst und das Material hat sehr stark geklebt. Nun wurden ganze Fellanteile aus der Rolle gezogen und klebten an der Wand, bis alle losen Anteile aus der Rolle sich gelöst hatten. Dann ging die weitere Verarbeitung problemlos. Die erste Wandfläche musste ich dann wieder abschleifen, um die Fäden zu entfernen. Den letzten Auftrag habe ich dann mit einer Profi Lackierwalze durchgeführt und das Ergebnis war perfekt. Ein Freund von mir fand es sah nun alles sehr gut aus. Ich dachte mir, ok, das hat mich nun soviel Zeit, Geld und Arbeit gekostet, es muss wohl "Kunst" sein. Als handwerkliche Leistung ist das nicht abnahmefähig und bezahlbar. Meine klare Empfehlung als Architekt.
Schauen Sie sich ein ausgeführtes Bad vom Profi an, der von Ihnen beauftragt werden soll, machen sie eine klare Aus-/ Beschreibung mit dem Ergebnis, was sie erwarten und halten das im Auftragsschreiben fest. Bitte keine Do it Yourself versuche, wenn es gut werden sollte. Oder sie haben als "Do it Yourselfer" so viel Erfahrung mit dem Material, das es gut werden kann. Ich kann es leider nicht und werde nächstes Mal wieder beim "Fliesenlegen" bleiben. Das kann ich.
Fazit:
Gegen das Material habe ich keine Einwände. Die Verarbeitung ist vom erfahrenen Profi sicherlich zu gewährleisten. Ich würde mir nur wünschen, das EPODEX bessere Videos erstellen lässt und sich dazu vielleicht die ein oder andere Anregung beim Mitbewerber holt. Die machen es deutlich besser.
Ich bin nun um eine Erfahrung reicher und hoffe, dass die versiegelten Wandoberflächen im Duschbereich halten.
Angebot
Bezahlung
Lieferung
Information
Webseite
Kundenservice
Sehr Gut (5,00)
Preis / Leistung
Zufriedenstellend (3,00)