Ich bin mit einem sehr konkreten Thema in das zwölfwöchige Mentoring gestartet. Ich konnte durchaus Grenzen setzen. Mein Problem war vielmehr, sie anschließend auch stehen zu lassen.
Gerade wenn berufliche Beziehungen enger und emotionaler wurden, fiel mir das schwer. Ich wollte, dass mein Gegenüber nicht nur meine Entscheidung akzeptiert, sondern auch vollständig versteht, warum ich sie getroffen habe. Also erklärte und begründete ich viel und begann anschließend häufig selbst wieder darüber nachzudenken: War ich zu hart? War das wirklich gerechtfertigt? Hätte ich aufgrund der persönlichen Situation des anderen nicht doch anders reagieren müssen? Aus einer eigentlich klaren Entscheidung entstand so schnell ein Gedankenkreislauf aus Verantwortungsgefühl, Mitgefühl und Schuldgefühlen.
Dieses Muster war mir bereits vor dem Mentoring bewusst. Ich wusste auch, dass ich etwas daran ändern wollte und musste und dass ich es allein bisher nicht geschafft hatte.
Heute ist eine Entscheidung für mich tatsächlich eine Entscheidung. Ein Nein ist ein Nein und ein Ja ist ein Ja. Wenn eine kurze Erklärung notwendig ist, gebe ich sie. Wenn Gegenwind kommt, kann ich meine Grenze wiederholen. Aber ich muss sie nicht mehr durch endlose Erklärungen rechtfertigen. Weder gegenüber anderen noch anschließend vor mir selbst.
Was mich dabei am meisten überrascht hat, ist, wie unspektakulär diese Veränderung stattgefunden hat. Es gab nicht diesen einen großen Moment, an dem plötzlich alles anders war. Das neue Verhalten hat sich Stück für Stück in meinen Alltag integriert und wurde erstaunlich schnell selbstverständlich. Teilweise musste ich am Ende des Mentorings ganz bewusst zurückblicken, um überhaupt zu erkennen, wie groß der Unterschied inzwischen ist.
Spürbar wurde er vor allem an dem Raum, der dadurch entstanden ist. Die abendlichen Gedankenschleifen fallen weitgehend weg. Diese Energie steht plötzlich für andere Dinge zur Verfügung: für neue Ideen, neue Ziele, meine Arbeit und mein Privatleben. Ich fühle mich heute freier, leichter und glücklicher. Die Freude an meiner Arbeit und eine Lebensfreude sind zurückgekehrt, die ich so vorher nicht mehr wahrgenommen habe. Ich ertappe mich im Alltag beim Singen, Pfeifen oder Tanzen und manchmal fühlt sich diese Leichtigkeit fast ein bisschen wie Verliebtsein an, nur dass sie nicht von außen kommt.
Auch meine Wirkung auf andere hat sich verändert. Es gibt weniger Nachfragen, weniger Anrufe und weniger Diskussionen. Grenzen werden schneller akzeptiert. Ich sehe an den Blicken und Reaktionen meines Gegenübers, dass meine eigene Klarheit inzwischen auch im Außen ankommt.
Die Zusammenarbeit mit Niko habe ich als sehr klar, sachlich und professionell erlebt. Über die zwölf Wochen gab es einen roten Faden, zu dem er konsequent zurückgeführt hat. Dazu gehörte auch, mich darauf aufmerksam zu machen, wenn ich wieder angefangen habe, mich zu erklären oder vom eigentlichen Thema abzuweichen. Die Aufgaben und Reflexionen zwischen den Stunden haben dafür gesorgt, dass die Auseinandersetzung nicht nach dem jeweiligen Gespräch endete, sondern Teil des Alltags wurde.
Ich hatte zuvor noch nie ein Coaching oder Mentoring in Anspruch genommen und stand der Coaching-Szene eher skeptisch gegenüber. Für mich war deshalb durchaus die Frage, ob eine solche Begleitung tatsächlich etwas bewirken kann und ob das Geld sinnvoll investiert ist.
Vertrauen entstand für mich vor allem durch die Art der Zusammenarbeit. Die Gespräche waren offen, gleichzeitig blieb Niko immer klar in seiner Rolle als Mentor. Besonders überrascht hat mich, wie präzise und tief er auch komplexere persönliche Situationen erfassen und auf den Punkt bringen konnte. Auch zwischen den Stunden bestand die Möglichkeit, Fragen oder aktuelle Situationen einzubringen. Die Antworten habe ich als sehr präzise, treffsicher und hilfreich erlebt.
Wichtig finde ich allerdings auch: Ein Mentoring nimmt einem die eigentliche Arbeit nicht ab. Niko gibt Struktur, hält den roten Faden, stellt Fragen, spiegelt und unterstützt. Sich wirklich mit den eigenen Mustern auseinanderzusetzen, die Reflexionsaufgaben ernst zu nehmen, sich im Alltag zu beobachten und Dinge tatsächlich anders zu machen, muss man selbst. Für mich war genau dieses Zusammenspiel entscheidend.
Das alte Muster ist deshalb auch nicht magisch verschwunden. Es kann noch auftauchen. Der Unterschied ist, dass ich es heute sehr schnell erkenne. Ich kann innerlich einen Schritt zurückgehen, es wahrnehmen und mich dann bewusst anders entscheiden.
Empfehlen würde ich das Mentoring insbesondere Menschen in Führungspositionen und Selbstständigen, die grundsätzlich souverän arbeiten, aber merken, dass ihnen bestimmte zwischenmenschliche Dynamiken immer wieder Energie nehmen oder klare Führung erschweren.
Klare Führung bedeutet für mich heute nicht, hart oder unnachgiebig zu sein. Man kann Mitarbeitern mit Mitgefühl begegnen, zuhören, individuelle Situationen berücksichtigen und flexibel sein. Gleichzeitig braucht Führung einen verlässlichen Rahmen. Wenn Grenzen klar sind, müssen sie nicht ständig neu ausgehandelt werden. Das schafft nicht nur für die Führungskraft mehr Freiheit, sondern gibt auch Mitarbeitern Orientierung und Sicherheit.
Für mich waren diese zwölf Wochen deshalb nicht nur eine Investition in meine persönliche Entwicklung, sondern auch in meine Arbeit und mein Unternehmen. Meine Erwartung war, einen besseren Umgang mit einem Muster zu finden, das ich schon lange von mir kannte. Nicht erwartet hatte ich, wie natürlich sich die Veränderung irgendwann anfühlen würde und wie viel Freiheit dadurch an ganz anderen Stellen meines Lebens entsteht.
Qualität
Nutzen
Leistungen
Durchführung
Beratung
Kundenservice
Sehr Gut (5,00)
Aufwand / Nutzen
Sehr Gut (5,00)
danke für diese Zeilen. Dass Du Dir die Zeit nimmst, so ausführlich zurückzuschauen, ist keine Selbstverständlichkeit, und es bedeutet mir viel.
Grenzen setzen konntest Du schon vor dem Mentoring. Schwer wurde es danach: das Erklären, das Nachschieben, das Wachliegen mit „War das zu hart?" Aus einem klaren Nein wurde ein Gedankenkreisel. Dass Deine Grenze heute stehen bleibt, ohne dass Du sie rechtfertigst, hast Du Dir selbst erarbeitet. Ich habe den Faden gehalten. Den Rest hast Du zwischen den Stunden gemacht, in echten Situationen und Gesprächen.
Danke für Dein Vertrauen und für die Wertschätzung. Ich wünsche Dir, dass der Raum, der entstanden ist, bleibt. Du hast nun alles, was es dazu braucht.
Herzliche Grüße und auf Deinem Weg von Herzen nur das BESTE -
Niko